Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung ruft Heimatschutzminister Roman Poseck die Bürger dazu auf, sich gezielt auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Die Vereinten Nationen haben den Tag im Jahr 2009 ausgerufen, um weltweit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig Vorsorge auf allen Ebenen ist. Gut fünf Wochen nach der hessischen Resilienzwoche knüpft das Innenministerium damit an seine Informationsoffensive zur Krisenvorsorge an.
Heimatschutzminister Roman Poseck betonte: „Starkregen, Hitze und Waldbrände, Stromausfälle, Cyberangriffe und Sabotage an unserer Infrastruktur. Die Liste möglicher Krisen ist in den vergangenen Jahren länger geworden und die Sicherheitslage hat sich spürbar verändert. Hessen hat darauf reagiert. Wir haben den Brand- und Katastrophenschutz deutlich gestärkt, das Sirenennetz ausgebaut und unterstützen unsere Kommunen gezielt dabei, krisenfester zu werden. In der Resilienzwoche hat die gesamte Landesregierung die Bevölkerung für den Ernstfall sensibilisiert. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Handelsverband Hessen habe ich einen Notfallbeutel in einem Supermarkt gepackt und verdeutlicht, wie wichtig die eigene Vorsorge ist.
Resilienz beginnt deshalb bei jeder und jedem Einzelnen. Wer zu Hause einen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln für zehn Tage, eine gut sortierte Hausapotheke, ein batteriebetriebenes Radio und einen gepackten Notfallbeutel hat, bleibt im Ernstfall handlungsfähig. Er kann sich und seine Familie versorgen und entlastet zugleich die Einsatzkräfte, die sich dann um die Menschen kümmern können, die sich nicht selbst helfen können.
Vorsorge ist keine Panikmache, sondern Verantwortung für sich selbst und für andere. Mit unserer Resilienzwoche im September haben wir viele Menschen in Hessen erreicht und für das Thema sensibilisiert. Daran wollen wir anknüpfen. Mein Appell an alle Hessen lautet deshalb, nehmen Sie sich in den kommenden Tagen etwas Zeit, prüfen Sie Ihre Vorräte und sprechen Sie in der Familie darüber, was im Notfall zu tun ist. Der beste Zeitpunkt für Vorsorge ist immer vor der Krise.
Hessen ist gut auf Krisenfälle vorbereitet
Unser ressortübergreifender Sicherheits- und Resilienzrat beschäftigt sich mit der Vorbereitung auf Krisen und der Steigerung der Widerstandfähigkeit von KRITIS. Er sorgt dafür, dass die einzelnen Maßnahmen des Landes ineinandergreifen. Die in dem Gremium erarbeitete Resilienzstrategie identifiziert Schwachstellen, stellt die staatliche Handlungsfähigkeit in Krisenlagen sicher und steuert das Handeln insgesamt. Zahlreiche konkrete Maßnahmen wurden bereits angestoßen oder umgesetzt, etwa in der zivilen Alarmplanung, der technischen Behördenkommunikation oder der Orientierung an Referenzszenarien. Darüber hinaus haben wir zu aktuellen Sicherheitsthemen einen ,Gemeinsamen Sicherheitsdialog‘ mit Vertretern hessischer Ministerien, Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr und US-Streitkräfte sowie der Wirtschaft initiiert. Daneben bringen wir seit 2019 Betreiber kritischer Infrastrukturen an einem Runden Tisch KRITIS zusammen, um Informationen, Erfahrungen und bewährte Verfahren auszutauschen und resilienzsteigernde Maßnahmen voranzubringen.
Für den Ernstfall ist der hessische Katastrophenschutz gut gerüstet. Seit 2008 haben wir über 100 Millionen Euro investiert und die Zahl der Landesfahrzeuge von unter 300 auf rund 900 mehr als verdreifacht. Im Hinblick auf einen großflächigen, langandauernden Stromausfalls haben wir im Katastrophenschutz gezielt vorgesorgt und unter anderem mobile Notstromaggregate und Sondereinsatzmittel wie Großstromaggregate beschafft. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt kann heute auf ein Großstromaggregat zur Unterstützung von KRITIS als auch auf kleinere Stromaggregate zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit unserer Katastrophenschutzeinheiten zugreifen. Ein weiteres Beispiel für die Vorbereitung auf Stromausfälle ist die Förderung der Notstromertüchtigung von Feuerwehrhäusern in Hessen durch das Land.
Darüber hinaus fördert die Hessische Landesregierung den Ausbau des Sirenennetzes durch die Kommunen. Auch Warnapps wie NINA kommen in Krisensituationen zum Einsatz, um die Bevölkerung zu informieren.“
Vom 7. bis 11. September 2026 hatte die Hessische Landesregierung eine Resilienzwoche unter Federführung des Innenministeriums ausgerufen. Eine Woche lang informierte das Ministerium, begleitet von einer Social-Media-Kampagne, über das richtige Anlegen eines Notvorrats und das Packen eines Notfallbeutels. Heimatschutzminister Poseck besuchte Schulen, Kommunen, Blaulichtorganisationen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur. In Kooperation mit dem Handelsverband Hessen zeigten 21 Supermärkte in 17 Landkreisen einen beispielhaften Notvorrat für eine Person für zehn Tage nach den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Auch der bundesweite Warntag fiel in diese Woche.
KOMPASS Resilienz stärkt die Kommunen
Mit dem Landesprogramm KOMPASS Resilienz unterstützt das Land seit März 2026 Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, ihre Widerstandsfähigkeit systematisch zu stärken. Das Programm richtet sich besonders an kleine und mittlere Kommunen und baut auf den bestehenden Aufgaben der Katastrophenvorsorge auf. Die Kommunen erhalten einen Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen, eine Checkliste und werden in einem hessenweiten Resilienz-Netzwerk zusammengebracht. Die Maßnahmen reichen von der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung über Stabsübungen bis zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes vor Ort. Teilnehmende Kommunen benennen eine Resilienzbeauftragte oder einen Resilienzbeauftragten. Wer geeignete Maßnahmen in allen Handlungsfeldern umgesetzt hat, wird mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet. Aktuell nehmen 29 Städte, Gemeinden und Landkreise an KOMPASS Resilienz teil.
Heimatschutzminister Poseck ermutigt weitere Kommunen zur Teilnahme. Interessierte Städte, Gemeinden und Landkreise können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de melden. Weitere Informationen gibt es unter innen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz.
Auch bei der Warnung der Bevölkerung ist Hessen gut aufgestellt. Nach aktuellem Stand des Warnmittelkatasters sind landesweit über 4.000 Sirenen aktiv. Ergänzend warnen Apps wie NINA direkt auf dem Smartphone.
So gelingt die Eigenvorsorge
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt unter anderem:
- einen Trinkwasservorrat von zwei Litern pro Person und Tag, also rund 20 Litern für zehn Tage,
- haltbare Lebensmittel, die auch ohne Strom zubereitet werden können,
- eine Hausapotheke mit den persönlich benötigten Medikamenten,
- Taschenlampe, batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Ersatzbatterien und eine geladene Powerbank,
- einen gepackten Notfallbeutel mit Kopien wichtiger Dokumente sowie
- installierte Warn-Apps auf dem Smartphone.
Der kostenlose Ratgeber „ Vorsorgen für Krisen und KatastrophenÖffnet sich in einem neuen Fenster“ samt Checkliste steht zum Download bereit.